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  Aufregend, kühl und sexy!    
Xlover
XLOVER
 


Xlover, 2002 gegründet, machen sich auf, den Großen in der Electro-Szene das Fürchten zu lehren. Dank der lasziv-kühlen Stimme der Sängerin Nina Rai und einem erfrischend-schrulligen Sound-Mix könnte ihnen dies sogar gelingen. Nach einer ersten Single, einem Sampler-Beitrag und diversen Remixes für Blondie, Throbbing Gristle und Crazy Town starten sie im Frühjahr mit ihrer Debüt-EP endgültig durch. Wir sprachen mit dem Kopf der Gruppe Bryan Black (Computer und Bass), um zu erfahren, was uns da erwartet.

Wie entgegnest du den Leuten, die sagen Electroclash wäre tot?
Electroclash ist nicht tot. Es ist eine große Underground-Szene, die immer noch wächst. In London gibt es mittlerweile viele Electro-Clubs. Fischerspooner hat allen Leuten weißgemacht, dass es etwas anderes wäre, als clevere, künstlerische Pop-Musik. Aber nun ist es ausgereift und es hat sich in etwas viel moderneres verwandelt.

Plötzlich wird alles als Post-Electro-Punk bezeichnet. Wie definierst du den Unterschied zu den Sachen, die zuvor unter dem Namen Electro-Punk oder Electroclash liefen? Wie siehst du diese Entwicklung?
Post-Electro ist Electro-Musik mit Bezug zu Electro und Punk-Rock. Ich finde, es ist für Musik wichtig, dass sie sich entwickelt. Und die Musik-Presse muss ständig etwas neues und aufregendes bringen... Bei der Bezeichnung 'Electroclash' denken die Leute nur an eine Musikbewegung, die es nicht geschafft hat ihr volles Potential auszuschöpfen. Post-Electro ist erwachsende Electro-Musik.

Nina Rai (Xlover)

Was war für dich der Grund, von Minneapolis nach London zu ziehen?
Musik und Mode. Ich habe Minneapolis verlassen, nachdem ich mit Prince zusammen gearbeitet habe. Ich brauchte eine neue Herausforderung. Ich wollte die Gitarren niederlegen und mich wieder auf die Produktion elektronischer Musik besinnen. London ist sehr schnelllebig und inspirierend. Aber ich würde sehr gerne in Berlin schreiben.

Wie kam es zur Gründung von Xlover? Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Ich traf Olivier, als ich einen Drummer für meine Band Haloblack suchte. Schon bald hatten wir uns dazu entschlossen, eine Band zu gründen, die sexy, schräge Dance-Musik macht. Kurze Zeit später trafen wir Nina, unsere Sängerin, auf einer City Rockers-Party und wir drei entschlossen uns, dieses Projekt zu starten. Ein Ventil für unsere Musik- und Modeideen. Etwas, was einfach auf alles andere scheißt.

Ihr Drei seid alle nicht neu im Musikgeschäft. Gibt es spezielle Sachen aus der Vergangenheit, die für Xlover von Nutzen sind?
Bei der Musik dreht sich alles um Timing. Wenn sich etwas speziell anfühlt, dann merken das die Leute auch. Man kann nichts erzwingen. Also, wir hatten mit Xlover immer Spaß und bewegen uns immer weiter. Und so bleibt es auch aufregend.

Wie seht ihr die Chancen, als junge Band von den Möglichkeiten des Internets zu profitieren?
Das Internet ist eine großartige Möglichkeit, Mensch zu erreichen. Sobald wir eine Platte gemacht haben, kann sie jeder in der Welt online bekommen. Aber das ist nur ein Marketing-Instrument. Es gibt nichts besseres, als vor Leuten live zu performen und mündliche Kommunikation.

Eure erste Single "Trash Me", die auch auf der Compilation "Futurism 2" erhältlich ist, kam sehr gut an. Kann man daraus Rückschlüsse ziehen, wie sich eure fürs Frühjahr erwartete Debüt-EP anhören wird, oder wird es in eine andere Richtung gehen?
"Trash Me" ist ein kühler Electro Pop-Song mit einer Industrial-Schärfe. Mit unserer EP haben wir einen Sound gefunden, der Synthpop mit Punk-Rock vermischt. Es ist ein Sound, der uns sehr begeistert.

Welche Themen behandelt ihr inhaltlich und wer schreibt die Songs?

Wir mögen schrullige, gut geschriebene Songs. Wir schreiben für gewöhnlich über Liebe und Sex. Wir schreiben die Musik zusammen und ich steuere die Texte und Melodien bei.

Ihr mixt unter anderem kühle Synth-Sounds mit Gitarren-Klängen. Kommt die E-Gitarre aus dem Sampler oder spielt die jemand von euch selbst?
Beides. Wir benutzen meistens Synthies und geben ihnen die Energie, die eine Gitarre hat. Zuletzt haben wir Gitarren aufgenommen, aber nur um die Elektronik zu komplettieren.

Du bist in vielen Projekten und Bands involviert, wie Haloblack oder Motor. Was steht da zur Zeit an?
Wir benutzen Motor, um unseren experimentellen Techno zu veröffentlichen. Xlover ist für unser sexy, punkiges Popzeug. Haloblack war meine erste Band in den Staaten und ist sehr trübsinniger Industrial. Xlover hat nun Haloblack als mein Hauptprojekt ersetzt und Xlover wird die Band sein, mit der ich die Welt sehen will.

Wenn man sich Fotos und Video-Mitschnitte eurer bisherigen Shows ansieht, erwecken sie Erwartungen auf eine ausgefallenen und sexy Show. Gibt es Pläne für Auftritte auf dem europäischen Festland?
Wenn wir live spielen, übernehmen wir die Kontrolle über den Laden. Es gibt nichts langweiligeres, als Bands, die einfach nur mechanisch ihr Set runter spielen. Wir haben große Pläne für unsere Live-Show. Momentan ist es total verrückt und macht echt Spaß. Wir spielen am 11. Juli auf der Love Parade in Berlin (Gigolo Records Party) und viele weitere Shows werden folgen.

(mk)

Net: www.xlover.net

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Xlover
"Trash Me" 12" Vinyl
(City Rockers)
2003























































































































Nina Rai live!

































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