Rezensionen  


Interessante Musikveröffentlichungen einmal genauer unter
die Lupe genommen.

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  Single of the month   
September 2003   
 

LFO
"Freak"
MCD (Warp/Zomba)



Nach sieben Jahren meldet sich Mark Bell mit dem Projekt LFO zurück. Herr Bell hat sich in den letzen Jahren vor allem als Producer einen Namen gemacht. So durfte er zum Beispiel Alben von Björk oder Depeche Mode produzieren. Das Titelstück der neuen Low Frequencies Oscilation Maxi transportiert die Klangästhetik der frühen neunziger Jahre in die heutige Zeit. Monströse Bässe, Bleep und Clonks sowie eine Roboterstimme in bester "We Are Back" Manier. "Butterslut" hätte sich auch ohne weiteres auf der letzten Langrille "Advance" (1996) befinden können. Wie auch die anderen alten Hasen der elektronischen Musikzunft erfindet LFO das Rad zwar nicht neu aber unterstreicht die Genialität vergangener Tage. Der Clou: Die drei neuen Tracks wirken dabei niemals veraltet. Die Stücke machen auf jeden Fall Appetit auf das demnächst erscheinende Album "Sheath". Übrigens befindet sich die Maxi schon auf der Playlist von Sven Väth. (bz)

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  Umjubelt!    
 

Lali Puna
"Faking The Books"
CD (Morr/Indigo)



Das oberbayrische Dörfchen Weilheim hat sich ja bekanntlich zum Ende des vergangenen Jahrtausends hin zum deutschen Seattle der alternativen Pop-Musik entwickelt. Mit solchen Bands wie The Notwist, Console, Tied & Tickled Trio, Ms. John Soda und vielen anderen kann der kleinen Ort eine ganze Riege erstklassiger Musiker hervorweisen. Eine dieser Bands veröffentlicht mit "Faking The Books" ihren nun mittlerweile dritten Longplayer und wartet damit sogar mit einem kleinen Meisterwerk auf. Lali Puna, das Quartett um Valerie Trebeljahr und dem Notwister Markus Acher, hat angespornt von solchen Sympathiebekundungen, wie die von Radiohead, die die Weilheimer unlängst zu ihrer Lieblingsband kürten, eine Symbiose von subtilen Untertönen, zart-kühlen Gesang und Detroit-Gitarrenschlägen erschaffen. Nachdem sich bei den beiden Vorgängeralben "Tridecoder" (1999) und "Scary World Theory" (2001) noch in gelassener Zurückhaltung geübt wurde, geht man nun in die vollen. Wenn auch nicht weniger gelassen, so ist man nun jedoch sehr viel akustischer und lauter und schreckt auch nicht vor Garagen-Drums und verzerrten Gitarren zurück, was sich besonders in solchen Songs wie "B-Movie", "Micronomic" (Singleauskopplung im Mai) oder "Left Handed", welcher bereits letztes Jahr als 12" veröffentlicht wurde, niederschlägt. Diese neue Schroffheit ergibt in Verbindung mit Valerie Trebeljahr's verführerisch-beruhigender Stimme eine unwiderstehliche Mischung. Aber auch den typischen Minimalismus früherer Veröffentlichungen findet man hier zuhauf. Hier seien besonders "Small Things" mit seinen melodiösen Synth-Arrangements und elektronischen Bassdrums oder "Crawling By Numbers", das durch behutsam arrangierte Streicher auffällt, erwähnt. Lali Puna schaffen das Kunststück, den aktuellen Zeitgeist einzufangen, auf angenehme Art jedoch zeitlos zu sein, da sie voraus gehen, anstatt sich an Trends zu orientieren. "Faking The Books" zeigt, wie sich moderner Pop anhören sollte. (mk)

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  gegen Liebeskummer    
 

Linkin Park
"Live In Texas"
DVD+CD (Warner Music)



Linkin Park machen uns kurz vor Weihnachten mit ihrem Live-CD-DVD-Album ein schönes Geschenk. Zwölf Songs dokumentieren den Konzertsommer 2003 und zeigen die sechs Kalifornier während ihrer diesjährigen Auftritte in Texas. Alles ist dabei, von "Numb", "Somewhere I belong" bis "Papercut" und "In the end". Noch mehr Songs gibt's auf der DVD. Auf dieser sind Linkin Park konzentriert bei der Arbeit zu sehen, Specials oder verschiedene Kameraeinstellungen gibt's dafür nicht. Aber egal. "Crawling" erinnert am eindrucksvollsten an die Konzerte der letzten Monate. Und wer die genossen hat, sollte sich auch die CD/DVD zulegen. Die Linkin Park-Aufnahmen helfen - gehört oder gesehen - garantiert wie immer gegen Stress und Liebeskummer. (sf)

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