Rezensionen  


Interessante Musikveröffentlichungen einmal genauer unter
die Lupe genommen.

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  Jeopardy    
 

Neuroticfish
"Need/It's Not Me"
CD-EP (Strange Ways/Indigo)



Neuroticfish koppeln auf dieser EP je dreimal zwei Songs aus ihrem Album "Les Chansons Neurotiques" aus und packen einmal eine Coverversion dazu. Auf der EP finden sich die Songs "Need" und "Its not me" jeweils in einer "core", "external" und "root" Version. Aber jetzt mal der Reihe nach. "Need" in der "core" Version ist bester tanzflächendeckender Elektro, mit schönem Sequenzer, guten Beats und eingewobenen deutschen Lyrics. Und jetzt zitiere ich ausnahmsweise mal die mitgelieferte Info: "Need" im "external" Remix von Fairlage erinnert stark an den typischen Dancefloor - Underworld Sound und ist ein garantierter Tanzflächenfüller. Nix hinzuzufügen. Am besten gefällt mir aber der "root" mix. Klar, als alter Linuxer ;-) Derselbe (jetzt der Mix) ist eher verhalten gehalten, überzeugt durch inner Ruhe und Ausgeglichenheit und kommt interessanterweise partiell mit englischen Lyrics daher. Auch von "It's not me" überzeugt mich die "root" Version, allerdings ist hier von Ruhe keine Spur. Überraschend ist hier die "external" Version, hier hat "Der Graf" Hand angelegt und so für ein bißchen härteren Gitarrenanklang gesorgt. Den Abschluß bildet die Coverversion: es mussten mal wieder die Smiths dran glauben. Ihr Song "There is a light that never ghoes out" wurde elektrifiziert, obwohl ungewohnt, durchaus hörenswert, aber wohl nicht unbedingt ein Meisterwerk kommerzieller Selbstverwirklichung. Und nun: Track drei auf repeat single. Genauso oft dürft ihr raten welcher Track das ist. (jz)

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  Weichspüler    
 

New Concept
"The Outer Gates"
CD (Strange Ways/Indigo)



Mit Verlaub: Das zweite New Concept-Album nach dem 2000er Debüt "Wheel Of Love" ist zwar gut produziert, beginnt aber ziemlich langweilig: Mit "U Stop Me" könnten sich die Chemnitzer schon bald zwischen Gigi D'Agostino und Daddy DJ auf den Playlisten diverser Dorfdiskotheken wiederfinden, was ja im Grunde in keinster Weise verwerflich wäre, wenn das Trio im Opener nicht derart anbiedernd "auf trendy getrimmt" klingen würde. Besonders schade ist, wie hier in bester "Cher"-Manier am Gesang "herumgepitcht" wurde: Eine solche Verfremdung haben die Stimmen von Olli Keil und Uwe Loos doch eigentlich gar nicht nötig. "Waiting" und "U2 Night" kommen da bereits deutlich ausgereifter daher - etwas weniger "Weichspüler" hätte es aber auch getan. Songs wie "Wild Brain", in dem solider, melancholischer Synthiepop im Stile von Camouflage und De/Vision geboten wird, stehen New Concept jedenfalls wesentlich besser zu Gesicht. "Sky" erinnert musikalisch an Paradise Lost während ihrer "Host"-Phase, vor allem in der als Bonustrack enthaltenen "Rough Version". Nach einer kleinen "Verschnaufpause" - dem gelungenen, orientalisch angehauchten Piano-Instrumental "...Met You At 46" - erwartet uns mit "Wonderful Star" bereits der nächste potentielle Club- und Radiohit. Auch die folgenden Titel überzeugen durch ihre Eingängigkeit, bieten aber wenig Neues. Interessant wird es erst wieder ab Track 13, dem entspannt groovenden "R'n'Voice Remix" von "Station Man": Rebekka Marksteins soulige Stimme steht diesem Stück ganz vorzüglich und sorgt für eine willkommene Abwechslung. Die Depeche Mode-Coverversion "Blue Dress" eignet sich aufgrund der neuen rhythmischen Begleitung zwar nicht mehr für heimische Walzer-Übungsstunden, kann aber gesangstechnisch überzeugen; während der Zeile "Put it on..." glaubt man sogar für einen Augenblick, Martin Lee Gore höchstselbst singen zu hören. Trotz (oder gerade wegen?) der zahlreichen naheliegenden Verweise auf "artverwandte" Künstler müssen sich New Concept mit "The Outer Gates" sicherlich nicht hinter etablierteren Veröffentlichungen aus dem Electropop-Sektor verstecken: Ansprechend, aber durchaus noch ausbaufähig. (af)

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  Archiv: N  
   



  Retro:WhatSoEver?    
 

Northern Lite
"Reach The Sun"
CD (1st Decade/Alive)



"Reach The Sun" von Northern Lite passt nicht in die berüchtigten Schubladen. Wie De/Vision, Zoot Woman oder gar die Eurythmics, die anfangs ein (später sehr erfolgreiches) Phänomen der 80er waren, verstehen Northern Lite, die seit 1997 aktiv sind, es, Gitarren (Larry Lowe), Electro (Boon) und einprägsamen Gesang (Andreas Kubat) zu einer höchst eingängigen Melange: NeoPop zu verbinden, allerdings in ihrer eigenen Weise, denn hier wird oft ge-elecrockt! Vor allem aber halten sie dabei dem Trend, möglichst trashig & kaputt produziert klingen zu wollen, entschieden entgegen: Absolut glaskühle Nordlichter, durch die die Stromgitarre in allen Spielarten schillert. Nicht nur dadurch ist das Album gegenüber dem handelsüblichen ElectroClash-Retro mit einer deutlich höheren Halbwertszeit ausgestattet: Die Eingängigkeit der Tracks (oder besser Songs) tut ihr Übriges und so gewinnt man beim ersten Hören bald den Eindruck, es folge Hit auf Hit und beim zweiten die Gewissheit, dass dem tatsächlich so ist, weswegen auch ein 'Dabei sein' zwecks Feiern auf der aktuellen Club-Tour empfohlen sei. (ap)

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  Club Tool    
 

Northern Lite
"Gone"
MCD (1st Decade/Alive)



Nachdem Northern Lite im Februar ihr grandiosen Debüt-Album "Reach The Sun" veröffentlichten liefert die Band jetzt ihre erste Singleausskopplung nach. Mit "Gone" hat man sich für eines der besten Songs entschieden. Neben der bekannten Album-Version, die sicherlich im Radio noch häufig zum Einsatz kommen wird, befinden sich zwei Remixe auf der Maxi. Der Boon-Remix konzentriert sich eher auf die Stimme des Sängers. Die Melodie baut bis zum Einsatz der Beats einen Stimmungsbogen auf und die Gitarre wurde nur ganz dezent in den Track integriert. Im Gunjah-Remix (DJ-Tool!) wurde auf den schrammeligen Gitarrenpart komplett verzichtet. Dafür glänzt der Mix mit einer kräftigen Bassline. Als Bonus befindet sich im Inlay der Maxi-CD ein Passwort mit dem man auf der Website von Northern Lite das Video zu "Gone" sowie ein bisher unveröffentlichten Track downloaden kann. (bz)

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