Rezensionen  


Interessante Musikveröffentlichungen einmal genauer unter
die Lupe genommen.

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  Album of the month   
October 2003   
 

UNKLE
"Never, Never, Land"
CD (Mo' Wax/Polydor/Universal)



1999 erschien ein fast monumentales Album. Ein Album, welches es schaffte, das Lebensgefühl einer ganzen Generation auszudrücken und somit den damaligen Zeitgeist mitzustatuieren. Es bündelte die verschiedenen Stil-Richtungen der Popkultur und transportierte sie weiter. Gleichzeitig war es aber auch das kontroverseste Album der späten 90er. Ein Album, bei dem Mo’ Wax-Chef James Lavelle mit einem einzigartigen Team arbeitete: DJ Shadow, Richard Ashcroft (The Verve), Thom Yorke (Radiohead) und Mike D (Beastie Boys). Die Rede ist natürlich von "Psyence Fiction". Nun haben wir 2003, halten UNKLE’s neues Werk "Never, Never, Land" in den Händen und fragen uns, ob es ein würdiger Nachfolger ist. Kein einfaches Unterfangen, besonders wenn Beat-Experte DJ Shadow, der schon vor drei Jahren eine weitere Zusammenarbeit ausschloss, nicht mehr dabei ist. Also wurde kurzerhand einfach ein ebenbürtiges Team gesucht und auch gefunden. Was Lavelle und sein neuer Partner und langjähriger Kumpel Richard File, zusammen mit solch illustren Gästen, wie Brian Eno, Jarvis Cocker (Pulp), 3 D (Massive Attack), Josh Homme (Queens Of The Stoneage), Ian Brown, Gary "Mani" Mounfield (beide Stone Roses) und Songwriter Ant Genn erschufen, ist leicht in der Lage, Gänsehaut zu erzeugen - wenn man sich erst ein mal drauf eingelassen hat. Die erzeugten Klangsäulen sind extrem atmosphärisch und überaus düster, jedoch sind die Songs trotz dieser geheimnisvollen Tiefe songorientierter als zuvor. Elektronische Dance-Strukturen und vereinzelte Samples sind in epische Melancholie eingebettet, was das Album bildreich und hymnisch erscheinen lässt. "Never, Never, Land" ist ein beindruckendes Album, welches nicht nur Manchester Rave, Britpop und 90er-TripHop vereint, sondern weit hinter sich lässt. (mk)

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  Archiv: U  
   



  Oops...!?    
 

Umbra Et Imago
"The Early Years"
CD (Ausfahrt/Soulfood)



Tja. Und lange habe ich darüber nachgedacht, was ich zu dieser CD schreiben soll. Ich war noch nie ein Fan von Umbra Et Imago und werde es wohl nie sein. Aber gerade für diese Zielgruppe ist diese CD gedacht, da auf ihr die neu gemasterten Aufnahmen der Songs aus den Anfangszeiten gesammelt sind. (Noch-) Nicht-Fans sei diese CD keineswegs ans Herz gelegt, diese sollten wohl lieber auf die baldige Veröffentlichung des neuen Umbra Et Imago Albums warten. Wenn sie denn auf die Verschmelzung von Gothic und Sexualität stehen. Aber das scheinen viele dort draußen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. In manch einer Diskothek habe ich "Gothic Erotic" vernommen, welches natürlich auf diesem Kompendium der Anfänge ebenso wie "Erotica" (im ZöllerMussEsSpielen Mix) eingereiht wurde. Ebenso wie das Duett "Away" mit Peter Heppner. Oops. Und jetzt klinge ich doch schon fast wie ein Fan ... Naja. Jeder Band ihre Zielgruppe. Aber warum ich? (jz)

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  Hintergrundgeräusche    
 

Ultra
"Stain"
CD (Stateart)



Cool. Lange keine so interessante Musik gehört. Das sind meine ersten Gedanken. Schon das erste Stück auf "Stain", dem neuen Player von Ultra, ist mit seinen verschieden durcheinander in unterschiedlicher Geschwindigkeit abgespielten Gesangespassagen und dem anwachsenden Hintergrundgeknister wohl zwar genau mein Geschmack, aber keinesfalls hitparadentauglich. Und wie schon in eben diesem Stück, "Tincture of Opium" angedeutet, geht es tiefer in weitere Facetten der Erweiterung des Musikverstehens. Stück zwei, mit Namen "circling the drain", enthält eine auf Spanisch geführte Unterhaltung zu mehreren, klanglich/räumlich getrennten, sich durch Einfachheit und eine ausgeprägt mittellastige Schichtung auszeichnenden Klavierpassagen, aus dem eine der Grundlagen bildenden "Thirteen Pieces for Piano, Opus 1" des als Gastmusiker aufspielenden Brad Anderson. Da insgesamt 26 Titel auf dieser CD enthalten sind, werde ich nicht in diesem Stile alle Stücke rezensieren können. Aber ich könnte. Und mein Lieblingsstück unter diesen vielen ist aufgrund der minimalistischen Konstruktion und der Gegensätze, aber vor allem wegen des Textes, das 23ste. Eine absurde Anmerkung: Auch wenn man es nicht glauben mag, manchmal erzeugen die fast unhörbaren Hintergrundgeräusche die eigentlich nicht benennbare/faßbare Stimmung. (jz)

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